Die Verschmelzung von Medien: Chancen und Herausforderungen integrierter Werbung
Vorab bemerkt: Die Trennung zwischen digitalen und „traditionellen” Medien, die man heute gerne herausstellt, ist überwunden. Beide Arten der Verbreitung sind Transportmittel für Werbung, Botschaften, Bilder, Töne, Sprache, Animationen etc. oder kurz: Kommunikationsangebote. Dargeboten mal auf Papier, mal auf Bildschirmen. Inhaltlich nicht unterschiedlich. Keine dieser Prozeduren ist der anderen überlegen. Natürlich gibt es Unterschiede. Beispielsweise bei der Möglichkeit, zu interagieren. Aber das gilt nur für solche Medien, die man unmittelbar „bedienen” kann, wie u.a. Touchscreens, iTV, Shoppingkanäle oder Gaming etc. Bei DOOH (Digital out of Home) ist der Rückkanal schon nicht mehr da. Neuist das allerdings nicht. Denn schon vor über 100 Jahren, wo man aus einer Anzeige einen Coupon ausschneiden konnte, um beispielsweise eine Probepackung zu erhalten, waren Content, Engagement, Leadgenerierung und Übergabe des SQL (Sales Qualified Lead - auch so ein Neologismus) an den Vertrieb schon vorhanden. Nur hatte man noch nicht so schöne Worte dafür. Nehmen wir auch das Beispiel Messen, wo Architektur, digitale Anwendungen, gedruckte Broschüren, plakative Aushänge und SEO auf eine kaufbereite Masse treffen. Man könnte sagen, dass hier die prototypische integrierte Marketingkommunikation in Reinform in Erscheinung tritt. Wer will da noch zwischen digitaler und nicht digitaler Werbung unterscheiden? Niemand, der einigermaßen vernünftig ist und die Aufgabe des Marketings richtig versteht. Aber wie heißt es so schön, und wie schreibt es die KI, die ich zu diesem Thema befragt habe: „Auf dem sich ständig wandelnden Markt von heute bildet die Verschmelzung von digitaler und nicht-digitaler Werbung den Grundstein effektiver Marketingkommunikation.” Auch bei uns nutzen wir dieses Wissen und unsere Erfahrungen, um Kampagnen zu entwickeln, die Online- und Offline-Medien miteinander verbinden und so einen einheitlichen Markenauftritt über alle Kanäle hinweg gewährleisten. Neu ist das allerdings nicht, sondern schlicht eine Selbstverständlichkeit, weil nur diese Konsistenz die mentale Verfügbarkeit einer Marke in einer Kaufsituation gewährleistet. Meine KI meint dazu, „dieser Ansatz maximiere nicht nur die Reichweite, sondern stärke auch die Markenerinnerung, indem Zielgruppen jeweils dort angesprochen werden, wo sie aktiv sind – sei es auf einer belebten Messe, beim Scrollen durch Social Media oder beim Lesen einer gedruckten Publikation.” Da hat sie nicht unrecht. Obwohl, nicht ganz. Denn wenn ich auf einer Messe bin, kann ich die Kommunikation gestalten, kontrollieren und durch alle Phasen des Sales-Funnels (auch so ein Modewort, dazu mehr an anderer Stelle) hindurch steuern (was Besucher daraus machen, steht auf einem anderen Blatt, und ich kann es nicht direkt beeinflussen). Eine gedruckte Anzeige kann ich auch nach Wochen sehen, kontrollieren und eventuell auch vorab beeinflussen, an welcher Stelle sie stehen soll. Bei Anzeigen in digitalen Plattformen geht das nicht. Ob und wie oft sie „gesehen” wurden, muss ich denen glauben, die auch das Werbegeld einkassieren. Und ob sie zwischen Katzenvideos, Fake-News oder Enthauptungsszenen gezeigt werden, auch nicht. Wenn man jedoch versteht, welche einzigartigen Stärken jedes Mediums aufweist, lassen sich die Ausgaben dafür aufeinander abstimmen und die Wirkungen verstärken. Untersuchungen der Effie-Datenbank in UK zeigen, dass es Synergien gibt, wenn mehrere Kanäle miteinander kombiniert werden. Das sollte man nutzen und einen Schwerpunkt bei der Medienintegration setzen. Was auch bedeutet, mal auf etwas zu verzichten. Auch wenn gerade ein Mitbewerber etwas tut, das man dann kopieren möchte. Warum integrierte Werbung für kleine und mittlere Unternehmen wichtig ist Für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) besteht die Herausforderung meistens darin, begrenzte Budgets mit dem Bedarf an wirkungsvoller Werbung in Einklang zu bringen. Hier bietet integrierte Werbung eine Lösung, indem sie die Unmittelbarkeit und Interaktivität digitaler Plattformen mit der greifbaren, vertrauenswürdigen Natur traditioneller Medien wie Print, Plakat oder TV verbindet. Am besten da, wo es wirklich sinnvoll ist. Eine kritische Distanz zur allgemeinen Euphorie bei digitalen Medien, speziell Social Media, hilf dabei, effektive Kampagnen zu entwickeln, die bei ihren Zielgruppen Anklang finden, die Markentreue stärken und sich auf Umsätze und Erträge auswirken. Ob es um die Produktion überzeugender Videoinhalte für den E-Commerce oder die Gestaltung auffälliger Printmaterialien für Fachmessen geht – die Integration dieser Elemente sorgt für eine einheitliche Markenbotschaft, mit der sich eine Marke im Wettbewerbsumfeld behauptet.
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